
CD des Monats November 2009
Peter Pan: Ein Orchesterhörspiel nach James Matthew Barrie Mit Musik von Henrik Albrecht
Einführung
Wie heißt das älteste Kind der Welt? Es ist ein Junge namens Peter Pan. Seit über 100 Jahren vermeidet er erfolgreich das Erwachsenwerden und kann nebenbei auch noch fliegen.
1902 tauchte er zum ersten Mal in einem Kinderbuch des schottischen Autors Matthew Barnie auf. Seitdem flog Peter Pan über Kinoleinwände, Theater- und Musicalbühnen, Hörspiele und durch Comicstrips. Sein neuester Geniestreich: Ein Orchesterhörspiel. Peter Pan ist immer noch nicht erwachsen geworden, er führt auf der Insel Nimmerland ein ewiges Junggesellendasein, er erlebt viele Abenteuer vor allem, indem er sich mit Käpt’n Hook und seinen Piraten auseinandersetzt. So lange bis das Mädchen Wendy in sein Leben tritt und ihn – fast – eines Besseren belehrt. (Niels Kaiser in der Rezension bei hr2-kultur)
Inhalt
001 Einleitung (4’50)
Peter Pan, Käpt’n James Hook und Wendy stellen sich in der Einleitung stimmlich und charakterlich vor:
Peter Pan: einer, der nicht erwachsen werden will und beschlossen hat Kind zu bleiben, der sich frei fühlt und tun und lassen kann, was er will: „Das bin ich: Peter Pan. Ich kann fliegen, wohin ich will zum Beispiel auf den nächsten Kirchturm oder zurück auf meine Insel – nach Nimmerland“. Und er überlegt sich welche Abenteuer er noch erleben wird. Obwohl er niemand braucht, der ihm gute Nacht sagt, lässt er seine Sehnsucht erkennen, dass er manchmal gern jemanden hätte, der ihm Geschichten abends am Bett erzählt.
Und Käpt’n Hook stellt sich vor als der berühmteste aller Seeräuber, dessen Erzfeind Peter Pan ist. Warum? Weil er wegen ihm statt der einen Hand nur noch einen Eisenhaken hat. Er macht sich lustig über Peter Pan, der eine Schwäche für Geschichten hat („Der gestiefelte Vater, Frau Knolle, Aschenblödel…), und für Wendy, denn ihre Spezialität sind Märchen erzählen.
002 Begegnung im Schlafzimmer (2’57)
Peter Pan und Wendy lernen sich kennen und mit dabei ist Tinkerbell, die Fee. Tinkerbell kann sich nur mit der Feensprache verständigen (was nur in der Musik hörbar ist). Peter braucht Tinkerbell (die er manchmal Tink nennt), denn ohne sie kann Peter nicht fliegen. Wendy ist dabei Geschichten zu erzählen, als sie ein Geräusch aus dem Schrank hört und es mit der Angst zu tun bekommt. Sie sieht Licht im Schrank und entdeckt ein lebendiges Wesen, das nicht größer als ihre Hand ist. Die Fee Tinkerbell. Sie ist mit merkwürdigsten Klängen zu hören, feenartige Klänge als Feensprache, die die normalen Menschen nicht verstehen können. Wie entstehen diese Klänge? (Tasteninstrument Celesta). Peter, der schon öfter auf dem Fenstersims Wendys Geschichten heimlich gelauscht hatte, sucht (seine Fee) Tinkerbell.
003 Der Kuss (5’20)
Peter und Wendy interessieren sich füreinander und Tinkerbell wird eifersüchtig. Wendy wundert sich als sie erfährt, dass Peter keine richtige Adresse und kein zuhause hat. Peter erzählt, warum er von zuhause weg ist und sich entschlossen hat nicht erwachsen zu werden. „Keine Mama, keinen Papa - kein Wunder, dass du manchmal weinst! Darf ich Dir einen Kuss geben?“ Peter weiß nicht, was ein Kuss ist und verwechselt einen Kuss mit einem Fingerhut. Wendy erfährt, dass Peter von „den verlorenen Jungs“ kommt. Während sich beide küssen, fühlt Wendy, dass etwas an ihren Haaren zieht. „Das muss Tink gewesen sein…“ „Tink?“ „Ja das ist meine Fee … Tinkerbell“.
004 Der Flug nach Nimmerland (4’21)
Peter will Wendy nach „Nimmerland“ mitnehmen. „Du musst einfach nur an etwas Schönes denken, schon heben sich die Gedanken in die Luft!“ Aber Wendy hat keinen Mut und so klappt es nicht mit dem Fliegen. Aber Peter weiß genau: Ohne eine Portion Feenstaub kann man nicht fliegen. Also braucht er die Hilfe seines „Schattens“ Tinkerbell. Und die zeigt sich eifersüchtig: „…dass du ein hässliches Mädchen bist.“ Aber schließlich bekommt Wendy doch Feenstaub und sie kann fliegen. Nur sie kommt kaum hinterher.
005 Nimmerland (3’44)
Peter stellt seine Insel Nimmerland vor: Indianderzelte und Musik, Piraten, Captain Cook und das Piratenschiff. Verwegene Gestalten – Männer mit Augenklappen, die darauf warten, bis ein ahnungsloses Schiff vorbei kommt. Das einzige Vergnügen ist der Rum… Als Captain Cook die Ankommenden entdeckt, schickt Peter Tinkerbell weg mit dem Auftrag Wendy in Sicherheit zu bringen.
006 Wendy in Gefahr (3’09)
Tinkerbell ist in Peter verliebt, ihr passt es gar nicht, dass Wendy mit dabei ist, sie zischt in einem Affenzahn davon, so dass Wendy kaum hinterher kommt. Als erste bei den „verlorenden Jungs“ schwärzt sie Wendy an und wiegelt die Jungs gegen Wendy auf. Peter kann Wendy gerade noch vor dem Angriff der Jungs retten und und schimpft fürchterlich auf Tinkerbell und die Jungs. Wendy ist für die verlorenen Jungs wie eine Mutter, sie erzählt spannende Geschichten zum Einschlafen und versorgt sie mit Medizin.
007 Käpt’n Hook (1’30)
Die verlorenen Jungs nehmen Wendy mit um Käpt’n Cook zu beobachten. Und der bereitet gerade die Piraten auf die Auseinandersetzung mit Peter Pan vor („Ich warte schon lange darauf, Peter Pan mit meinem Haken zu begrüßen… ich reiße ihn in Stücke…!“)
008 Das Krokodil (1’33)
Bei der Erkundung der Insel stoßen Peter und Wendy auf das längste Lebewesen Nimmerlands. Das Krokodil. Es hat irgendwann in seiner maßlosen Gier einen Wecker verschluckt und so sind alle durch das tickende Geräusch gewarnt, wenn sich das Krokodil heranschleicht. Aber was passiert, wenn der Wecker abgelaufen ist und aufhört zu ticken? „Irgendwann läuft für jeden die Zeit ab… und wir sind hinüber.“
009 Die Wassernixen (2’26)
Am nächsten Morgen erkunden Peter und Wendy weiter die Umgebung der Insel. Peter zeigt Wendy die Wassernixen und beschreibt die wundersamen Korallenriffe.
010 Hook, der Verführer (3’36)
Käpt’n Hook lockt Tinkerbell auf sein Schiff, indem er ihre Eifersucht auf Wendy ausnutzt. „Wir entführen Wendy und schützen Peter Pan vor ihr.“
Währenddessen liest Wendy liest am Abend den Jungs vor; heute die Geschichte vom verlorenen Sohn.
011 Mutterglück (3’00)
Wendy ist verwundert, dass die verlorenen Söhne nicht wissen, was eine Mutter ist: „Ich werde euch sagen, was eine Mutter ist“: Eine richtige Mutter ist das allerschönste auf der Welt: Ein Schutzengel, sie erzählt dir Geschichten von Feen und Piraten, sie gibt dir jeden Abend Medizin und behütet dich Tag und Nacht, hat dich lieb und singt dich in den Schlaf. Während Wendy den Jungs erzählt, was eine gute Mutter ist, denkt sie an ihr Zuhause: „Bestimmt lässt meine Mutter die Fenster für mich geöffnet, für den Fall, dass ich zurückkomme.“ Wendy versucht die „verlorenen Jungs“ davon zu überzeugen, dass sie ihre Mutter brauchen. „Peter, was denkst Du?“ „Meine Mutter hat mich vergessen…. Eines Tages wollte ich zurück und ein anderer Junge lag in meinem Bett.“
Wendy will sofort nach Hause zurück, aber die verlorenen Jungs wollen sie zurückhalten („Du bist unsere Mutter!“) oder sie wollen mit ihr zurück gehen.
Wendy ist im Zwiespalt: Sie hat Sehnsucht nach ihrer eigenen Mutter und ist gleichzeitig traurig, dass sie von Peter weg will.
012 Die Gefangennahme (1’42)
Käpt’n Cook hat inzwischen mit Hilfe von Tinkerbell das Versteck der verlorenen Jungs gefunden und dem Gespräch zwischen Wendy und den Jungs gelauscht. Sie verschleppen Wendy auf das Schiff… Der Käpt’n bietet ironisch Wendy an: „Wollen sie nicht unsere Mutter werden? Die Mutter der Freibeuter…!“
013 Werdet Piraten! (1’47)
Käpt’n Hook will die Jungs mit Drohungen überreden und zwingen Piraten zu werden. „Ich mache euch ein Angebot: heuert bei mir an! Wenn ihr nicht wollt, kürzen wir‘s ab, dann geht’s hier über die Planke, direkt ins Meer, in die ewige Heimat, verstanden? Als Piraten habt ihr: Schätze – Ruhm und Ehre!“ Doch Wendy warnt: „Jungs, wacht auf! Ihr braucht keine Piraten zu werden, Peter wird uns retten…“
014 Der Giftmischer (2’30)
Der Käpt’n treibt noch ein schlimmeres Spiel: Während Wendy auf dem Schiff gefangen ist, schleicht er sich zu Peter: “Nein, ich habe ihn nicht im Schlaf überrascht, nein, ich habe ihm ein kleines Mittelchen eingeschenkt.“ Ironisch dankt er Wendy, dass sie ihn auf die Idee dazu gebracht hat, in dem sie den Jungs jeden Abend „Medizin“ gegeben hat. In die „Medizin“ von Peter mischt er 5 Tropfen todbringende Essenzen. Wendy entdeckt die Gefahr, dass Peter auf ihr Geheiß „gehorsam“ jeden Abend seine Medizin nimmt und daran stirbt. Auch Tinkerbell ist alarmiert, ihr gelingt es auszubrechen und auf die Insel direkt zu Peter zu fliehen.
015 Tod und Auferstehung (4’38)
Tink versucht Peter vom Trinken der Medizin abzulenken: Um ihn zu retten trinkt sie selbst die giftige Medizin … und stirbt. Peter ist verzweifelt. In ihrem Todeskampf kann sie Peter gerade noch etwas zuflüstern: „Ich kann wieder gesund werden, wenn Kinder an Feen glauben.“ Er beschwört alle Kinder von überall her ihre Kräfte für Tinkerbell zu sammeln und an Feen zu glauben. Die Indianderkinder in ihren Zelten, die Eskimobabies, die Hirtensöhne in Sibirien oder alle Kinder überall…
Und es klappt: Allmählich wird Tink durch den Glauben aller Kinder wieder lebendig und bewegt sich ganz leicht. Zuerst wird ihre Stimme wieder kräftiger und schon saust sie wieder ungestümer als je zuvor umher. „Und jetzt wird Wendy gerettet aus den Händen der Piraten…“ Zusammen mit Tink macht sich Peter Pan auf in sein gefährlichstes Abenteuer: „Diesmal geht es um alles: Hook oder ich!“
016 Der Kampf mit Hook (4’58)
Auf dem Weg zu Hook stoßen sie auf das Krokodil und sind verwundert: „Das tickt nicht mehr!“ Peter denkt sich einen Trick aus um auf das Schiff zu gelangen. Er übernimmt das Ticken des Weckers (das alle vor dem Krokodil gewarnt hatte) und schleicht sich auf das Schiff. Oben von einem der Masten des Schiffs provoziert er –ungesehen aber unüberhörbar – den Käpt’n: „Ich bin James Hook!“ „Bist du nicht. Wenn Du Hook bist, sag mir, wer bin dann ich?“ „Ein Stockfisch! … Ja ich bin schlau, frech und froh!“ Peter überrumpelt Hook. Wendy freut sich schon, dass Peter da ist und fühlt sich fast gerettet, es entspinnt sich ein Zweikampf mit den Degen, indem Peter Hook durchbohrt und Hook vor lauter Schreck seinen Degen verliert, stürzt und im Maul des Krokodils landet.
Nach dieser Aufregung wollen alle nach Hause.
017 Das Schiff in den Lüften (2’07)
Mit Hilfe der Fee Tinkerbell schwingt sich das Schiff in die Luft und plötzlich ist Hook wieder zu hören – aus der Ferne („So ein Krokodil hat zwei Öffnungen, vorne und hinten…“).
018 Epilog (1’35)
Peter Pan aber entscheidet sich wieder zurück nach Nimmerland zu gehen, denn er will ja nicht erwachsen werden. „Ich hol dich ab, wenn ich Sehnsucht hab nach Medizin und deine guten Nachtgeschichten. Im Nimmerland warten neue Abenteuer auf mich und Hook treibt wieder sein Unwesen…“
Trackliste
Die CD besteht aus 18 Tracks, die teilweise thematisch etwas ineinander übergehen. Gleichwohl sind die einzelnen Teile gut trennbar.
- 001 Einleitung (4’50)
- 002 Begegnung im Schlafzimmer (2’57)
- 003 Der Kuss (5’20)
- 004 Der Flug nach Nimmerland (4’21)
- 005 Nimmerland (3’44)
- 006 Wendy in Gefahr (3’09)
- 007 Käpt’n Hook (1’30)
- 008 Das Krokodil (1’33)
- 009 Die Wassernixen (2’26)
- 010 Hook, der Verführer (3’36)
- 011 Mutterglück (3’00)
- 012 Die Gefangennahme (1’42)
- 013 Werdet Piraten! (1’47)
- 014 Der Giftmischer (2’30)
- 015 Tod und Auferstehung (4’38)
- 016 Der Kampf mit Hook (4’58)
- 017 Das Schiff in den Lüften (2’07)
- 018 Epilog (1’35)
Zur Produktion
Das Hörspiel ist als Einheit zwischen Musik, Handlung und Sprechern zu verstehen. Nur drei Sprecher erzählen die Geschichte (Käpt’n Hook, Peter Pan, Wendy) und die Musik – sie interpretiert in ihrer Sprache die Handlung und führt sie fort. Alle anderen „Personen“ (Tinkerbell, verlorene Jungs, Piraten etc) treten nicht auf, sie sind für den Hörer nur indirekt erkennbar: in der Wahrnehmung und Interpretation der drei Hauptpersonen oder durch die Musik.
Besonders für jüngere Hörer wird es eine Herausforderung sein zu unterscheiden, wer in welcher Funktion auftritt, da alle drei Sprecher sich einerseits selbst spielen andererseits immer wieder auch als Erzähler auftreten (und damit einen „objektiven“ Erzähler ersetzen).
Die Geschichte kann linear verstanden werden, die „Spielorte“ sind direkt mit der Handlung und der Geschichte verbunden. Musik und Sprecher sind perfekt aufeinander bezogen. Die Musik ist der vierte Erzähler. Das macht die ganze Geschichte spannend.
Die Rolle der Musik
Die Musik ist bei diesem Hörspiel ein besonderer Mitspieler. Henrik Albrecht und den Musikern gelingt es die ganze Palette der filmmusikalischen Funktionen auf die musikalische Darstellung und die Orchester- und Instrumentenrollen zu übertragen. Nicht nur einzelne Personen werden leitmotivisch charakterisiert, auch die gesamte Atmosphäre wird musikalisch vermittelt: Die Stimmen (Wort-Stimmen und Musik-Stimmen) machen Stimmung. Sie verschmelzen vielfach und bilden eine Einheit. Mal ist die Musik Hintergrund und dient dem Wort, mal unterstützt sie die Stimmung der Szene, mal betont sie einzelne Handlungen, mal führt sie die Geschichte weiter, mal erklärt sie mit Tönen die Gefühle der handelnden Personen, immer setzt sie Akzente, schließt Teile der Handlung ab und eröffnet wiederum neue. Die Musik gliedert die Szenen und Handlungen, steuert die inneren und äußeren Bewegungen (gerade auch die der kämpferischen Auseinandersetzungen).
Der Hörer kann der Musik folgen und versteht worum es geht. Ein Teil der Musik übernimmt die Rolle, die Musik im Film zukommt, manchmal ist sie kaum zu registrieren, aber in der Stimmung, auf der zweiten Ebene, vorhanden. An anderen Stellen der Geschichte treibt die Musik die Handlung fort, illustriert viel und ersetzt die Bilder so, dass eigene Vorstellungen im Kopf entstehen. Die Musik gibt dem Hörer die Bilder vor, sie zeigt, was er nicht sehen kann (Niels Kaiser), sie zeigt, was er sich vorstellen soll. „Wenn Peter sich etwa in die Lüfte erhebt, dann muss er nicht extra noch sagen, was er da gerade tut, man hört es ja in der Musik. Die Musik schafft Atmosphäre und verleiht den Figuren Charakter. Das Piratenschiff taucht auf, und man versteht man sofort, dass die Seeräuber ziemlich finstere Kerle sein müssen.“
Die Musiksprache ist eine klassische Musiksprache, dem Stil der Romantik ähnelnd, hat sie den Duktus von dramatischen (meist amerikanischen) Spielfilmen der 40 bis 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, exakt eingespielt von der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Andreas Hempel.
Zum Komponisten
Henrik Albrecht ist in Köln geboren und studierte Klavier und Komposition an der Kölner Musikhochschule. Er hat die Musik zu zahlreichen Hörspielen und Krimis geschrieben, darunter große Radioprojekte wie "Die Säulen der Erde" (WDR 1999), "Baudolino" (SWR 2002), und "Die Forsyte Saga" (BR 2002). Seine Musik für das Hörspiel "Das Gespenst von Canterville" bekommt 2007 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie "Das Besondere Hörbuch/Musik" Weitere Auszeichnungen: LEOPOLD 2007/2008 (Preis des Verbandes der Musikschulen für musikpädagogisch wertvolle Produktionen), Internationaler Kinderhörspielpreis 2007 des Türkischen Rundfunks (Weitere Informatioen zu Henrik Albrecht finden Sie unter: www.henrik-albrecht.de )
Ideen zur Umsetzung
Besonders die Musik kann über die Fantasy-Geschichte hinaus viele Anregungen bieten zur Anschlusskommunikation.
… zur Musik
- Nennt vier verschiedene Beispiele aus dieser Geschichte, welche Funktion und welche Aufgaben die Musik bei diesem Hörspiel übernimmt! Welche weiteren gibt es noch? Benennt die Szenen und Kapitel.
- Welche unterschiedlichen Gefühle werden durch die Instrumente ausgedrückt? (Wie klingt traurig? Wie klingt lebendig? Wie klingt fröhlich, behutsam, gelangweilt, aufmerksam, zaudernd, ängstlich, überschwenglich?)
- An welchen Stellen erzeugt die Musik „Spannung“? Wie wird das musikalisch ausgedrückt? Welche Klänge sind dabei zu hören? Wie spielen die Instrumente? (langsam – schnell; leise – laut; einzelne – zusammen; geheimnisvoll – klar; usw.)
- Beschäftigt Euch mit der besonderen Rolle des „Feen-Instruments“. Der Komponist Henrik Albrecht schreibt dazu: „Für die Figur der Tinkerbell, die Peter auf Schritt und Tritt begleitet, habe ich ein Instrument verwendet, das von den Komponisten immer eingesetzt wird, wenn es um Märchenhaftes –wie zum Beispiel Feen – geht: die Celesta. Das ist ein Instrument, das auf den ersten Blick wie ein Klavier aussieht. Drückt man aber einmal eine der Tasten nieder, so hört man einen hellen, ganz rein leuchtenden Ton wie von einem Glockenspiel. Mit Filzhämmern werden hier kleine Metallplatten angeschlagen. Das klimpert und perlt dann sehr geheimnisvoll und zauberhaft, so als würde man gerade im mit goldenem Feenstaub berieselt.
Den Glanz der Celesta kann man ganz gut an der Stelle hören, als Wendy in ihren Kleiderschrank blickt und dort ein helles Licht sieht. Hier trillert die Celesta in ihrer höchsten Lage. Die tiefe Lage kann man hören, wenn Wendy Herzklopfen bekommt. Und wenn Tinkerbell munter drauf los plaudert, so wird jedes ihrer Worte durch die Celesta ausgedrückt.“
Auch andere Instrumente drücken die Feensprache aus: die Crotales. „Das sind ganz kleine helle Glöckchen, die man entweder mit einem Schlägel anschlagen kann, was man oft bei Tinkerbells Worten hören kann. Oder man streicht eines der Glöckchen mit einem Streichbogen an. Dann entsteht ein geheimnisvoller Klang, der wie aus einer anderen Welt zu kommen scheint. Zum Beispiel kann man das sehr gut hören, an der Stelle, an der Tinkerbell Gift trinkt und nur noch ganz zart ihre Worte hauchen kann.
Und wenn Tinkerbell zu Peter fliegt, um ihn vor Hooks Gift zu retten, erklingt die Triangel, aber in einer besonderen Art und Weise. Sie trillert. Wie macht das der Schlagzeuger??“ - Macht mit Instrumenten Musik: Erfindet (wie der Komponist Henrik Albrecht) unterschiedliche Klangfarben. Malt die Farben? Welche entstehen? Empfindet jeder gleich oder entstehen unterschiedliche Farben? In welche Farben erklingt Musik?
- Der Kampf zwischen Peter und Hook: Wie wird er musikalisch ausgetragen? Wie kann es klingen - wenn man einen Streit auf verschiedene Instrumente oder Stimmen überträgt?
- Einzelne Fragen zur Musik.
- Eine eigene Bedeutung haben die Korallenriffe, wie werden sie von Peter beschrieben? Und wie drückt die Musik dies aus?
- Wie schafft es Käpt’n Hook Tinkerbell aus sein Schiff zu locken? Was vermutet Wendy?
- 5 giftige Tropfen mischt Hook in die Medizin von Peter: wie wird das in der Musik ausgedrückt?
- Tink versucht Peter vom Trinken der Medizin abzulenken. Welche Sprache findet die Musik?
… zum Inhalt und einzelnen Szenen
- Schon die erste Minute der Geschichte (1’05) regt an über das Thema „Zeit“ und „Älter werden“ nachzudenken. „Hört ihr das ? So klingt Zeit – wir werden älter – erzählt wie einer wächst und die Betten nicht mehr passen – Kinderbett – Jugendbett – erwachsenen Bett, (wie wird Zeit hörbar – gleicher Rhythmus wie ein Uhrschlag)
- Wie unterschiedlich kann „Zeit“ klingen?
Älter werden: Was würde passieren, wenn man nicht älter werden würde? Welche Beziehung haben Peter und Wendy zu ihren Eltern und vor allem zu ihren Müttern? - Mütter und Väter: Was unterscheidet sie und was sollte sie unterscheiden? Welcher Erziehungsstil galt früher? Gibt es unterschiedliche Stile in verschiedenen Kulturen? Was sagen Eltern und Großeltern dazu? Welche Rollen haben Mütter, welche Väter?
- Geschichten erzählen: Was erfährt man in Geschichten? Müssen Geschichten immer in der Wirklichkeit spielen? Wie wichtig ist Phantasie?
- Was ist Eifersucht und wie drückt sie sich aus? Es gibt viele Beispiele im Alltag….
- Wodurch wird Käpt’n Hook vor dem Krokodil gewarnt?
- Welche Funktion hat die Fee für Peter?
- Wer hat das letzte Wort oder den letzten Klang?
Fazit
Niels Kaiser kommt in seiner Rezension bei hr2-kultur zu folgendem Fazit:
„Die Hörspielregisseurin Judith Lorenz und der Komponist Henrik Albrecht haben der Geschichte von Peter Pan neues Leben eingehaucht voller Magie, Musik und Witz. Die Romanvorlage ist meisterhaft auf das Wesentliche zusammengestrichen und kommt dabei mit sogar nur drei Sprechern aus. Peter Pan, das ist Jens Wawrczeck, dessen Stimme Kinder aus der Hörspielreihe "Die drei ???" kennen können. Die Schauspielerin Laura Maire („Wendy“) ist bekannt aus verschiedenen Vorabendfernsehserien. Peters großen Widersacher Käpt’n Hook spricht Jürg Löw. Er gibt einen sehr eleganten Piratenkapitän ab. Einen Erzähler braucht die Geschichte nicht. Diesen Part teilen die drei Figuren unter sich auf.“
Angaben zur Produktion
Musikalisches Hörspiel – ein Orchesterhörspiel. Nach James Matthew Barrie
Musik: Henrik Albrecht
Hörspielbearbeitung: Judith Lorenz
Peter Pan: Jens Wawrczeck
Wendy: Laura Maire
Käpt’n Hook: Jürg Löw
Tonmeisterin / Digitalschnitt: Rita Hermeyer
Toningenieure: Martin Lohmann, Jutta Liedemit
Tontechniker: Ole Halver, Markus Mayr
Orchester: NDR Radiophilharmonie
Dirigent: Andreas Hempel
Regieassistenz: Roman Neumann
Regie: Judith Lorenz
Redaktion: Jörgpeter Ahlers / Mathias Ilkenhans
Produktion: Norddeutscher Rundfunk 2009
Verlag: headroom
Empfohlenes Alter: Grundschulalter
Umfang: 1 CD (ca. 56 Minuten)
Aufnahme: NDR info
Bibliographische Angaben
Audio-CD:
Peter Pan – ein Orchesterhörspiel nach James Matthew Barrie18 Tracks, 56 Min. Headroom 2009 www.headroom.info ISBN: 978-3-934887-88-6Preis: 14,90 Euro
(Rezension: Volker Bernius, Stiftung Zuhören)
Die "CD des Monats" erscheint außerdem beim Institut für angewandte Kindermedienforschung der Hochschule der Medien, Stuttgart:
http://www.ifak-kindermedien.de/
Darüber hinaus erscheint die „CD des Monats“ bei SCHAU HIN! (http://schau-hin.info/), Berlin. Die Initiative bietet Eltern eine Hilfestellung zum Umgang mit Medien für Kinder.
