Wollen auch Sie einen Hörclub einrichten? Hier erfahren Sie, wie das geht.

Jugendliche erstellen Hörbilder für Museen, Gedenkstätten und Städte.

    Hörmedien, die Kinder und Jugendliche zum phantasievollen Hören anregen.

    Lesen Sie hier Neues aus der Zuhörforschung.

    Termine für Fortbildungen und Veranstaltungen der Stiftung Zuhören 

    Follow us on Twitter Stiftung Zuhören auf Facebook

    CD des Monats Oktober 2010

    Ralph Erdenberger / Sven Preger

    Faust jr. – Die Wissensdetektei: Wahre Vampire?

    Hörspiel 

    Einführung

    Hauptfigur dieses Hörspiels ist Frank Faust, ein etwas verschusselter Bochumer Privatdetektiv. In seinem nunmehr dritten Wissens-Fall wird er von einem geheimnisvollen Besucher auf eine turbulente Ermittlungsreise nach Rumänien geschickt, ins Land des legendären Vampirs „Dracula“. Faust bekommt es dann bei seinen Recherchen mit realen Fakten zu tun, die ihm von tatsächlichen Experten vermittelt werden. Diese kunstvolle Mischung aus fiction und facts macht den besonderen Reiz des witzigen, tempo- und auch lehrreichen „Faction-Hörstücks“ aus.

    Inhalt

    Das Verhör (Spur 01)

    Frank Faust ist von der rumänischen Polizei in Bukarest verhaftet worden. Nun wird er von Dr. Octavian Buda verhört, einem forensischen Psychologen am dortigen rechtsmedizinischen Institut. Es wird ihm vorgeworfen, er habe einen Sarg ausgegraben, um ihn illegal über die Grenze zu schaffen. Faust beteuert seine Unschuld und versucht zu erklären, dass er nur im Auftrag eines „echten“ Vampirs gehandelt habe.
    (Erkennungsmelodie sowie Titel werden eingespielt; die Figur des Erzählers wird eingeführt)

    Nächtlicher Besuch (Spur 02)

    Der Erzähler, der sich paradoxerweise mit Frank Faust unterhält, verschiedentlich auch Wortgefechte liefert und ihm im Laufe des weiteren Geschehens auch immer wieder auf die Sprünge hilft, berichtet, wie alles – inklusive Mückenjagd – „ in einer schauerlichen Nacht“ in Bochum begann. Faust bekommt dort in seiner Detektei Besuch von einem unheimlich wirkenden Gast, der sich als Professor Vlad Moroi von der Universität Bukarest vorstellt. Er bittet Faust um seine Hilfe und bietet ihm

    „20.000 Mäuse“, wenn er ihm innerhalb einer Woche „etwas Persönliches“ aus der Walachei in Rumänien und vielleicht auch ein wirkungsvolles Mittel gegen Mücken beschaffen könne. Alles Weitere würde Faust während der Reise mithilfe des „modernen Teufelszeugs Handy“ erfahren.

    Drei Fragen für Pipi (Spur 03)

    Faust stellt mithilfe von Pipi, seinem „Personal Pott“ einen Ermittlungsplan auf:

    1. Von Bochum käme er am günstigsten per Zug über Regensburg und Wien nach Bukarest.

    2. Sein alter Studienfreund Dr. Peter Kreuter, der über Vampire promoviert habe und nun als Historiker am Südost-Institut der Uni Regensburg forsche, könnte ihm bei seiner Reise behilflich sein, und…
    3. … könne er an der Uni Regensburg auch an ein Schutzmittel gegen Mücken herankommen.

    Im Mückenlabor (Spur 04)

    In Regensburg angekommen, macht sich Faust zunächst auf die Suche nach dem Schutzmittel gegen Mücken, weil sich sein Freund Peter Kreuter momentan in Wien aufhält. So lernt er die Biologin Dr. Ulla Obermayr kennen, die an der Uni Regensburg über Mücken forscht. Sie zeigt ihm das tropisch-warme Mückenlabor, das sich in den Kellergewölben der Uni befindet und in dem in „Hochsicherheitskäfigen“ gut 5.000 bis 10.000 Mücken aufgezogen werden. Sie erläutert ihm dabei auch, weshalb Mückenweibchen „Blut brauchen“ und dass sie sich an dem persönlichen Duft orientieren, den „die Opfer“ verströmen. Und sie überzeugt Faust schließlich davon, einen Selbstversuch mit einem Schutzmittel gegen die Blutsauger zu wagen.

    Allein unter Blutsaugern (Spur 05)

    Mit Müh und Not übersteht Faust das Experiment. Dabei erfährt er unmittelbar, dass er am „behandelten“ Arm nicht von Mücken attackiert wurde, weil das Schutzmittel den Körpergeruch „maskiert“ und die Mücken diesen Arm „nicht mehr interessant finden“. Mit dem Schutzmittel im Gepäck setzt Faust seine Reise nach Wien fort.

    Der legendäre Vampir-Roman (Spur 06)

    Im Zug nach Wien erhält Faust per „Personal Pott“ einen Anruf von seinem geheimnisvollen Auftraggeber. Der hat ihm als Reiselektüre den berühmten Vampir-Roman „Dracula“ von Bram Stoker in den Mantel gesteckt und fordert ihn auf, die Beschreibung von Dracula zu lesen: Faust entdeckt dabei, dass die Beschreibung von Dracula auf Professor Vlad Moroi zu passen scheint.

    Im Wiener Archiv (Spur 07)

    Der Erzähler macht uns mit dem Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv bekannt, in dessen Aktenlabyrinth Faust endlich auf seinen Freund Dr. Kreuter trifft. Der Historiker zeigt ihm dann eine Kopie des „allerersten“ aktenkundig gewordenen „Vampirvorfalls“.

    Der erste Vampirfall (Spur 08)

    Peter Kreuter berichtet über den Fall des bosnischen Bauern Petar Blagojevic, von dem die Dorfbewohner behaupteten, dass er nach seinem Tode als Vampir zurückgekehrt sei und sie gequält habe. Er macht ihm auch klar, wie die Einbildungskraft der Menschen „in einer Zeit ohne Licht“ dazu beigetragen habe, den Vampirglauben zu verfestigen und dass man Phänomene der Nichtverwesung von Leichen noch nicht als natürlichen Prozess deuten konnte. Faust erfährt von ähnlichen Fällen in Rumänien. Dort würde man einen Vampir auch als „Moroi“ bezeichnen.

    Draculas Vorbild (Spur 09)

    Faust zeigt Peter Kreuter die Visitenkarte von Professor Vlad Moroi und wird über die  Doppelbedeutung dieses Namens aufgeklärt: Moroi sei der rumänische Begriff für Vampir, und Vlad verweise auf den Namen eines „blutrünstigen walachischen Fürsten“ aus dem 15. Jahrhundert, den man auch als „Vlad, den Pfähler“ oder „Vlad Tepes Draculea“ kenne. Dieser Name habe vermutlich Bram Stoker so fasziniert,  dass er ihn als Titel für seinen Roman wählte. Schließlich gibt Dr. Kreuter seinem Freund einen Tipp für die weitere Reise. Er möge doch in Bukarest Professor Dr. Constantin Belasceanu besuchen, den letzten Nachfahren von Vlad Tepes Draculea.

    Bram Stokers Dracula (Spur 10)

    Auf seiner Fahrt von Wien nach Bukarest liest der Erzähler Frank Faust eine Szene aus Bram Stokers Dracula vor: „Der junge Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker wird von Graf Dracula auf seinem Schloss begrüßt…“

    Draculas Erbe (Spur 11)

    Im tief verschneiten Bukarest trifft Frank Faust den 86 Jahre alten Constantin Belasceanu, einen Nachfahren von Vlad Tepes III. Bei einem Glas Wein erzählt ihm der alte Herr von Vlad, dessen schauriges Bild für die Nachwelt vor allem von seinen Feinden und Gegnern gezeichnet worden sei. Vlad Tepes sei aber ein für die damalige Zeit gelehrter Mann gewesen, „ein Kulturmensch“, der sich auch große Verdienste im Kampf gegen die übermächtigen Türken erworben habe. Als Ritter des Drachenordens habe er den Namen Draculea (Sohn des Drachen) geführt, der von seinen Gegnern aber in „Sohn des Teufels“ umgewandelt wurde. Bram Stokers Dracula sei reine Phantasie und ärgere ihn persönlich, aber für den rumänischen Tourismus habe sich die Vampirgeschichte als einträgliches Geschäft erwiesen. Schließlich gibt der Professor Frank Faust einen Tipp, wo er jemanden treffen könnte, der mehr über den historischen Dracula wisse.

    Im Dracula-Club (Spur 12)

    In der Altstadt von Bukarest, am Ufer der Donau, liegt der Dracula-Club. In diesem Restaurant erlebt Faust eine Dracula-Show. So lernt er zunächst den Schauspieler und Dracula-Darsteller Petre Moraru kennen und…

    Ein treuer Schatten (Spur 13)

    … dann den Historiker Dr. Bogdan Popa, der sich als „Dracula-Reiseführer“ vorstellt. Er bietet Faust an, ihn bei der Spurensuche nach Vlad Tepes Draculea wie ein Schatten zu begleiten.

    Der nächtliche Anrufer (Spur 14)

    In der Nacht erhält Frank Faust in seinem Hotel einen erneuten Anruf von Professor Moroi, der ihn nach Snagov und Poenari zu seinem „leeren Grab“ schickt.

    Aufbruch nach Snagov (Spur 15)

    Zusammen mit Dr. Popa macht sich Faust im Auto auf den Weg nach Snagov. Dort befindet sich in einem Kloster ein Grab, das vielleicht – so Dr. Bogdan Popa  – „das Grab von Vlad Tepes sein könnte“.

    Auf dünnem Eis (Spur 16)

    Da das Kloster in Snagov auf einer Insel liegt, marschieren der ängstliche Faust und Bogdan über das gefährlich dünne Eis des zugefrorenen Sees zur Klosterinsel.

    Am Grab von Dracula (Spur 17)

    Faust lässt sich im Altarraum der Klosterkirche von Bogdan das angebliche Grab  Draculas zeigen. Es wurde Anfang der 1930er-Jahre geöffnet, doch nichts in dem Grab weist auf den Leichnam von Dracula hin, „dessen Kopf konserviert in Honig an den Sultan in Istanbul geschickt“ worden sein soll.

    Draculas Braut (Spur 18)

    Wegen des gefährlich dünnen Eises übernachten Faust und Bogdan im Kloster Snagov. Am fünften Tag der Reise erhält Faust wiederum einen Anruf von Professor Moroi. Er schickt ihn mit einem neuen Auftrag zur Festung Poenari. Dort soll er im Dorf Aref, nicht weit von der Festung entfernt, den Sarg seiner geliebten Braut Elisabeta, die sich seinetwegen in den Tod gestürzt habe, ausgraben und über die Grenze nach Deutschland schaffen. In einem Geheimversteck in Poenari könne er falsche Papiere für den Transport des Sarges finden. Faust lässt sich von der hanebüchenen Geschichte des „Vampir-Professors“ beeindrucken und auch durch dessen Drohungen einschüchtern. So fährt er schließlich mit Bogdan nach Poenari. Dort steigen sie gemeinsam die 1456 Treppenstufen zur Festung hinauf.

    Das Geheimversteck von Poenari (Spur 19)

    In der Festungsruine angelangt, sucht Faust nach dem Geheimversteck mit den Papieren und findet es tatsächlich auch. Währenddessen hat ihm Bogdan Legenden über Vlad, den Pfähler und über den Tod von dessen Braut Elisabeta erzählt. Nun will Faust aber unbedingt nach Aref, um den Sarg auszugraben und um sich dort mit Unterstützung von Bogdan einen Leichenwagen zu beschaffen.

    Geständnis bei Pflaumenschnaps (Spur 20)

    Bei Maria Tomescu, ihrer Gastgeberin im Dorf Aref, erleben Faust und Bogdan bei Polenta und Pflaumenschnaps rumänische Gastfreundschaft. Der Schnaps lockert Faust schließlich soweit die Zunge, dass er Bogdan die ganze Geschichte über die geplante Sargentführung erzählt. Der hat zwar große Bedenken wegen der Behörden, aber Faust spielt die Sache einfach herunter.

    Finale auf dem Friedhof (Spur 21)

    Faust und Bogdan fahren nach Sonnenuntergang mit einem Leichenwagen vor dem Friedhof vor. Mithilfe der Papiere finden sie das Grab, in dem „Draculas Braut“ begraben sein soll. Bogdan beginnt zu graben und stößt auch bald auf einen Sarg. Faust hat endlich sein Ziel erreicht, doch Bogdan macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Er weigert sich, den Sarg illegal zu transportieren und hat auch vorsorglich die Polizei alarmiert. Faust fühlt sich verraten und ist verzweifelt. Wie kann er je der Rache „Draculas“ entgehen?

    Ein überraschendes Ende (Spur 22)

    Zurück zum Verhör von Frank Faust im rechtsmedizinischen Institut in Bukarest:  Dem Psychologen Dr. Buda fällt es zunächst nicht leicht, Frank Faust davon zu überzeugen, dass Vlad Moroi wohl doch kein echter Vampir gewesen sei. Bis schließlich „Elisabetas Sarg“ geöffnet wird, in der keine Leiche liegt, dafür aber jede Menge Geld. Das Geld stammt aus einem Banküberfall, das „der Bankräuber“ Vlad Moroi in Aref vergraben hatte und das Frank Faust für ihn nach Deutschland schaffen sollte. Faust, der beweisen kann, dass er am Tag des Banküberfalls den Geburtstag seiner Mutter gefeiert hat, wird schließlich von der rumänischen Polizei freigelassen. Zuvor bescheinigt ihm Dr. Buda jedoch, dass er nicht verrückt sei, aber wohl doch „mehr Phantasie habe als normale Menschen“.

    Abspann (Spur 23)

    Im Abspann stellen sich noch einmal alle Mitwirkenden selbst vor.           

     

    Trackliste

    01 Das Verhör 02:17

    02 Nächtlicher Besuch 05:34

    03 Drei Fragen für Pipi 02:18  

    04 Im Mückenlabor 04:28

    05 Allein unter Blutsaugern 02:20

    06 Der legendäre Vampir-Roman 03:04

    07 Im Wiener Archiv 02:49

    08 Der erste Vampirfall 04:24

    09 Draculas Vorbild 02:36

    10 Bram Stokers Dracula 01:51

    11 Draculas Erbe 05:25

    12 Im Dracula-Club 03:42

    13 Ein treuer Schatten 01:28

    14 Der nächtliche Anrufer 01:53

    15 Aufbruch nach Snagov 01:45

    16 Auf dünnem Eis 01:59

    17 Am Grab von Dracula 02:39

    18 Draculas Braut 06:17

    19 Das Geheimversteck von Poenari 03:52

    20 Geständnis bei Pflaumenschnaps 03:24

    21 Finale auf dem Friedhof 02:56

    22 Ein überraschendes Ende 03:43

    23 Abspann 01:52

    Gesamtspielzeit: 72:36

     

    Zur Produktion

    Mit Detektiv- und Vampirgeschichte werden hier zwei klassische Genres verbunden, die in der Kindermedienliteratur zu feststehenden Größen gehören. Dass der Wissensdetektiv Frank Faust ein etwas begriffsstutziger Held ist, bereitet offensichtlich allen Beteiligten – vor allem den „mitspielenden“ Wissenschaftlern – viel Vergnügen und ist der temporeichen Geschichte von Anfang bis Ende gut anzuhören. Ingo Naujoks spielt die Eigenarten und Macken des verschusselten Frank Faust mit großer Selbstverständlichkeit. Sein mehr oder weniger guter Geist ist der Erzähler, gesprochen von Bodo Primus, der sich immer wieder in die Handlung „einmischt“.

    So ist ein witziges, sehr informatives und abwechslungsreiches Hörspiel entstanden, bei dem auch die souveräne Verwendung des Originaltons und der „filmische“ wie auch karikierende Umgang mit Spannung erzeugenden Geräuschen und Musiken überzeugen können.

     

    Ideen zur Umsetzung

    Mit diesem Hörspiel, das sich für Kinder ab zehn Jahren eignet, lässt sich fast „wie von selbst“ ein fächerverbindendes Unterrichtsvorhaben realisieren:

    • Im Deutschunterricht können Detektiv- und Vampirgeschichte sowie das Genre Hörspiel thematisiert werden.
    • Im Biologieunterricht kann „die Stechmücke“ porträtiert werden.
    • Im Erdkundeunterricht lässt sich „Fausts Reise“ von Bochum über Regensburg und Wien nach Rumänien (Bukarest, Snagov, Poenari und Aref) rekonstruieren.
    • Im Geschichtsunterricht lassen sich „Leben und Zeit von Vlad III.“ recherchieren.

     

    Alle Aktivitäten können auch in arbeitsteiliger Gruppenarbeit durchgeführt werden, wenn die Kinder gleichsam als Hör-Detektive in verschiedenen „SoKos“ arbeiten. Viele der Recherchen sind natürlich auch zusammen mit den Eltern und/oder den Geschwistern umsetzbar.

    Aufgrund seiner Informationsdichte empfiehlt es sich, das Hörspiel in drei Teilen zu hören. Im Folgenden sei skizziert, wie man dabei vorgehen kann:

    1. Den Kindern wird das Detektiv-Hörspiel „Wahre Vampire?“ angekündigt. Im Plenum sprechen sie zunächst darüber, wovon das Hörspiel handeln könnte. Dabei wird auch schon erkennbar, welche Medienerfahrungen die Kinder in Bezug auf Detektiv- und Vampirgeschichten gemacht haben. In der Regel wissen Kinder dieses Alters, dass der literarische Vampir eine untote Nachtgestalt ist, die tagsüber im Sarg ruht und Menschenblut braucht, um zu existieren. Die entsprechenden Titel von Büchern, Filmen oder Fernsehsendungen werden zusammengestellt und an der Pinnwand veröffentlicht. Auch Vampir-Bücher, Vampir-Poster sowie Hörbuch- und DVD-Cover können dazu mitgebracht und präsentiert werden. Der klassische Dracula-Titel von Bram Stoker ist allerdings kaum bekannt.
      Beispiele:
      • Kinderbuch „Das Waisenhaus der Vampire“ von Rosa GilKinderbuch (auch Hörbuch)
      • „Der kleine Vampir auf dem Bauernhof“ von Angela Sommer-Bodenbur
      • Film „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ nach Stephenie MeyerZeichentrickserie (auf DVD)
      • „Die Schule der kleinen Vampire“ nach Jack Niebisch
      Spannend für die Kinder ist nun die Frage, ob es auch „wahre Vampire“ gibt und wie diese Frage durch das Hörspiel beantwortet wird.

     

    1. Den Kindern wird der erste Teil des Hörspiels vorgeführt (Track 1 bis Track 5; ca. 17 Min.). Nach ihren spontanen Kommentaren zur Figur des Frank Faust („etwas doof“) und zur Handlung („ulkig“, „spannend“, „interessant“ usw.) wird das Besondere an diesem Hörspiel festgehalten: „Es ist ein Mix aus einer Handlung mit erfundenen Personen (wie Frank Faust und sein geheimnisvoller Auftraggeber) und wirklichen Leuten und Sachen (wie Dr. Ulla Obermayer, die Regensburger Mückenforscherin)“. In diesem Zusammenhang wird auch festgehalten, was die Kinder über die Stechmücke „als wahren Blutsauger“ erfahren haben.
      Es wird dann verabredet, diese Informationen im Biologieunterricht zu überprüfen…
      … indem im Internet über die Biologin Dr. Ulla Obermayr recherchiert wird;
      … indem bei ihr per E-Mail angefragt wird, ob man das Schutzmittel gegen Mücken schon kaufen kann (vgl. dazu Informationsdienst der Universität Regensburg unter http://idw-online.de/pages/de/news381187);
      … indem im Internet Informationen über die Stechmücke und die Regensburger Stechmückenforschung zusammengetragen, ausgewertet und in Form eines „Steckbriefes der Stechmücke“ in der Klasse veröffentlicht werden.

      Abschließend wird vermutet, was Faust auf seiner Weiterreise nach Rumänien womöglich von seinem Studienfreund, dem Vampirforscher Dr. Peter Kreuter, in Wien erfahren könnte und welche Aufträge „Professor Vlad Moroi“ noch für ihn hat.

     

    1. Der zweite Teil des Hörspiels wird gehört (Track 6 bis Track 13; ca. 25 Min.). Nach den ersten Reaktionen der Kinder werden in Kleingruppen folgende Fragen bearbeitet, wobei auch bestimmte Tracks noch einmal angehört werden:
      - Welches Buch findet Frank Faust nach dem Anruf von Professor Moroi in seiner Manteltasche und wovon handelt das Buch?
      - Wo trifft Faust seinen Studienfreund, und was erzählt ihm Dr. Peter Kreuter dort über den Vampirglauben? Wie deutet Dr. Kreuter die Visitenkarte von Professor Vlad Moroi?
      - Wen lernt Faust auf Empfehlung von Dr. Kreuter in Bukarest kennen, und was erfährt er von Professor Constantin Belasceanu über Vlad Tepes III.?

      Nachdem die Kleingruppen ihre Arbeitsergebnisse vorgestellt haben, werden weitere Internetrecherchen verabredet:
      Im Deutschunterricht werden Informationen über Bram Stokers „Dracula“  gesammelt, ausgewertet und der Übersicht über Vampir-Medien (vgl. unter 1.) hinzugefügt.
      Im Erdkundeunterricht wird auf Packpapier eine großformatige Übersichtsskizze angelegt, auf der die Reiseroute von Frank Faust eingetragen wird (vgl. dazu die entsprechende Faustskizze, die der CD beigefügt ist). Diese Übersicht wird mit Hilfe von Kartenausschnitten und/oder Fotos illustriert. Diese lassen sich z.B. über die Suchmaschine von Google (Google Earth/Google Maps) finden und am Computer ausdrucken, angefangen vom Bochumer Hauptbahnhof, weiter über die Regensburger Uni, das Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv bis hin zum „Count Dracula Club“ in Bukarest.
      Im Geschichtsunterricht…
      … wird über den Historiker Dr. Peter Kreuter recherchiert (vgl. Internetrecherche zu Dr. Ulla Obermayr);
      … werden Bilder sowie Fakten über Vlad III. gesammelt, ausgewertet, zu einem „Steckbrief von Vlad, dem Pfähler“ ausgestaltet und in der Klasse veröffentlicht. Dabei kann eine Zeitleiste angelegt werden, in der die Zeiten von Vlad III. (15. Jh.), des „allerersten Vampirvorfalles“ (18. Jh.) und der Veröffentlichung von Bram Stokers „Dracula“ (1897) markiert sind.

     

    1. Abschließend wird der dritte Teil des Hörspiels gehört (Track 14 bis Track 23; ca. 30 Min.). Nachdem die Kinder ausführlich über den Ausgang des Kriminalfalls gesprochen haben, sollten noch einmal folgende Unterrichtsaufgaben bearbeitet werden:
      Im Deutschunterricht kann eine Besprechung des Hörspiels verfasst und im Internet veröffentlicht werden, wie z.B. auch die Besprechung des ersten Falls von Frank Faust „Die letzten Dinosaurier“. Diese Besprechung, die von Kindern der Nürtingen-Grundschule in Berlin-Kreuzberg in ein kurzes Hörstück umgesetzt wurde, ist online unter http://www.nuertingen-grundschule.de/schulweb/unsere-schule/projekte-und-angebote.html zu finden.
      Im Erdkundeunterricht sollte die Reiseroute von Frank Faust um die Stationen Snagov, Poenari/Aref erweitert werden, zu denen sich auch Bildmaterial im Internet findet.

      Den Abschluss des Vorhabens kann dann eine Ausstellung in der Schule bilden, in der die Kinder „die Wahrheit über Vampire“ zum Thema machen. Dazu lassen sich dann alle Arbeitsergebnisse gezielt mit- und weiterverwenden.

     

    Fazit

    „Frank Faust jr. – Wahre Vampire?“ ist die dritte Folge einer Reihe, die mit den Titeln   „Die letzten Dinosaurier“ und „Der Schatz der Nibelungen“ gestartet wurde. Alle Hörspiele verfahren nach demselben Gestaltungsprinzip: Sie erzählen mit viel Witz und Humor eine Detektivgeschichte und lassen bei den mehr oder weniger erfolgreichen Ermittlungen des Frank Faust „wahre Experten“ zu Worte kommen. Auf diese Weise werden Kinder und auch Erwachsene nicht nur gut unterhalten, sondern auch aus bester Quelle gut informiert und zu eigenen „Ermittlungen“ angeregt. Auf den Punkt gebracht: So macht Wissensaneignung Spaß!

    Angaben zur Produktion

    Hörspiel

    Verlag: Igel-Records (http://www.igelrecords.de) bei Aktive Musik Verlagsgesellschaft mbH (http://www.aktive-musik.de), Dortmund

    Autoren: Ralph Erdenberger, Sven Preger

    Erscheinungsjahr: August 2010

    Empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

    Umfang: 1 CD (ca. 73 Minuten)

    Sprecher:

    Frank Faust: Ingo Naujoks

    Erzähler: Bodo Primus

    Vlad Moroi: Benjamin Armbruster

    Personal Pott: Ralph Erdenberger

     

    Mitwirkende:

    Dr. Octavian Buda, Psychologe am Rechtsmedizinischen Institut Bukarest

    Dr. Ulla Obermayr, Biologin an der Universität Regensburg                        

    Dr. Peter Kreuter, Historiker am Südost-Institut der Universität Regensburg

    Dr. Constantin Belasceanu, Professor am Institut für Anthropologie in Bukarest

    Petre Moraru, Schauspieler und Dracula-Darsteller im Dracula-Club in Bukarest

    Dr. Bogdan Popa, Historiker am Historischen Institut in Bukarest

    Maria Tomescu, Gastgeberin im Dorf Aref

    Titelmusik: Wim Wollner

    Musik: Universal Publishing Production Musik GmbH

    Regie: Ralph Erdenberger

     

    Bibliographische Angaben

    Audio-CD:


    Ralph Erdenberger / Sven Preger: Faust jr. – Die Wissensdetektei. Wahre Vampire?
    23 Tracks, 73 Min.
    Igel-Records, Dortmund 2010
    ISBN: 978-3-89353-309-1

    Preis: 12,95 Euro

    Die „CD des Monats“ erscheint außerdem bei der Stiftung Zuhören (http://www.stiftung-zuhoeren.de).

     

    Darüber hinaus erscheint die „CD des Monats“ bei SCHAU HIN! (http://schau-hin.info). Die Initiative bietet Eltern eine Hilfestellung zum Umgang mit Medien für Kinder.

    Rezension: Dr. Wolfgang Schill, Vorsitzender der Jury „AUDITORIX Hörbuchsiegel“