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Jugendliche erstellen Hörbilder für Museen, Gedenkstätten und Städte.

    Stärkung der Willkommenskultur in Kitas

    Lesen Sie hier Neues aus der Zuhörforschung.

    Abgelauscht & neu erfunden. Der Sound Deiner Stadt

    Ohr eines Jungen, aus dem Musiknoten strömen; im Hintergrund ein Straßenmusiker auf einem Stadtplatz | Bild: colourbox.com/Montage: BR

    Wie klingt Deine Stadt? Welche Geräusche begegnen Dir auf Deinem Schulweg? Welche Klänge magst Du gerne und welche sind Dir unangenehm? Welche alternativen Klänge wünschst Du Dir für bestimmte Plätze Deiner Stadt oder Deiner Schulumgebung?

    Über zwei Schulhalbjahre hinweg setzten sich sechs Klassen verschiedener Schulen aus Nürnberg und Würzburg mit diesen Fragen auseinander und entwickelten höchst kreative Hörstücke dazu.

    Anfahrende Autos und Busse, heulende Sirenen, klingelnde Fahrradfahrer, vorbeihastende Fußgänger, abbremsende U-Bahnen, gurrende Tauben, läutende Kirchenglocken - schon auf dem täglichen Weg zur Schule strömen viele Geräusche auf einen ein; egal, ob der Weg nun durch ruhige Nebenstraßen, über lärmende Kreuzungen oder belebte Plätze führt. Wie klingt deine Stadt? Wie klingt Deine unmittelbare Umgebung? Wie wäre es, wenn die Orte, die Dich umgeben ganz anders klingen würden? Welche Orte/welche Klänge wünschst Du Dir?

    Unterstützt von ihrer Klassenleitung und von einem Mediencoach (Hörfunkjournalisten des BR) begaben sich die sechs Klassen dreier Förder- und dreier Regelschulen auf akustische Forschungsreise. Sie machten Hörspaziergänge und Geräuscherätsel, flanierten mit gespitzten Ohren durch die Stadt, erkundeten ihre akustische Umwelt mit dem Aufnahmegerät und entwickelten schließlich kurze, kreative Hörstücke zu selbst gewählten Themen.

    Zwei Städte, sechs Klassen, zwei Schularten

    Um die Zuhörförderung als Unterrichtsbestandteil möglichst nachhaltig zu etablieren und um über die Projektarbeit Inklusion möglich zu machen, war das Projekt über zwei Phasen und Schulhalbjahre hinweg angelegt.

    Phase 1

    In der ersten Phase arbeiteten die drei ausgewählten Förderschulklassen jeweils für sich. Angeleitet von ihrem Lehrer/ihrer Lehrerin tauchten sie im Rahmen des Unterrichts immer wieder in das Thema Zuhören ein. Über verschiedene Zuhör-Übungen und –Spiele schulten sie ihre akustische Wahrnehmung und begaben sich auf erste Hör-Erkundungen in und um das Klassenzimmer. Unterstützt von einem Mediencoach entwickelten die drei Klassen ihre je eigenen Konzepte für ein selbst gestaltetes Hörstück.

    Die Projektergebnisse aus Phase 1

    Paul-Moor-Schule Nürnberg

    © Uwe Niklas

    Das Team:
    6. Klasse der Paul-Moor-Schule Nürnberg
    Betreuende Lehrkraft: Sarah Soppa
    BR-Coach: Heike Zimmermann

    Der Unterricht hat begonnen, doch die Lehrerin muss nochmal raus zum Kopierer. Wie wäre es, einfach alles liegen und stehen zu lassen und auszubüchsen? Gesagt, getan. Die Kids machen sich auf den Weg durch die Stadt, denn sie haben ein klares Ziel vor Augen…
    „Die Schwänzer von der Paul-Moor-Schule“ ist ein „akustisches Roadmovie“ voller überraschender Wendungen. Eine Geräusche-Geschichte mit Happy End.

    Flash ist Pflicht!

    Zentrum für Körperbehinderte Würzburg

    Das Team:
    6. Klasse des ZfK Würzburg
    Betreuende Lehrkraft: Stefanie Göpfert
    Fachliche Begleitung: Sandra Zeitz (Konrektorin ZfK)
    BR-Coach: Farsin Behnam

    Am Bahnhof ist was los! Einfahrende Züge, blecherne Ansagen, Menschengetummel, scheppernde Rollkoffer. Von hier aus geht’s los, quer durch die Innenstadt. Was ist dort alles zu erleben und wie klingt die Stadt, wenn man sie mal mit dem Mikrophon heran-zoomt? Markttreiben, Glockengeläut, ein echter Main-Dampfer; Würzburger Zungenschlag und und und.
    Die jungen ReporterInnen des ZfK laden mit ihrer Soundcollage zu einer klanglichen Neuentdeckung ihrer Stadt Würzburg ein.

    Flash ist Pflicht!

    Don-Bosco-Berufsschule Würzburg

    Das Team:
    SchülerInnen der Don-Bosco-Berufsschule Würzburg im Berufsvorbereitungsjahr (BJV)
    Betreuende Lehrkraft: Michael Ebert
    BR-Coach: Farsin Behnam

    Baustellenlärm und stiller Park, Glockengeläut und Moped-Geknatter – Würzburg kann so unterschiedlich klingen. Neben zentralen Plätzen der Stadt, nehmen die SchülerInnen der Don-Bosco-Berufsschule in ihrem kleinteiligen Hörstück auch immer wieder Innenräume ins Visier. Sie erkunden Produktionsstätten und knarzende Aufzüge, stromern durch die Stadt und klären ganz nebenbei, was eigentlich der beste Wein in Würzburg ist.

    Flash ist Pflicht!

    Phase 2

    In Phase 2 des Projektes kooperierten die Förderschulen mit Regelschulen. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Schularten lernten sich im Rahmen des Projektes kennen und entwickeln gemeinsam ein Hörstück zu einem selbst gewählten Thema.

    Die Projektergebnisse aus Phase 2

    Paul-Moor-Schule Nürnberg gemeinsam mit der Ludwig Uhland-Mittelschule Nürnberg

    Paul-Moor-Schule Nürnberg (Foto: © Uwe Niklas) und Ludwig Uhland-Mittelschule Nürnberg

    Das Team:
    Eine 7. Klasse der Paul-Moor-Schule und eine 7. Klasse der Ludwig Uhland-Mittelschule
    Betreuende LehrerInnen: Sarah Soppa und Klaus Kollecker
    BR-Coaches: Anja Scheifinger, Annegret Arnold

    Wie klingt es eigentlich rund um die Paul-Moor-Schule? Diese Frage haben sich die SchülerInnen der 7. Klasse gestellt und sind gemeinsam mit ihrer Partnerklasse von der Uhland-Mittelschule losgezogen, um die vier Straßen, die das Schulgelände umgeben einmal genauer unter die (akustische) Lupe zu nehmen.  Entdeckt haben sie unter anderem viele Büros und Imbissbuden, eine Autowerkstatt, ein riesiges Werksgelände, ein Café der besonderen Art und sogar eine Pferdekoppel. Was wäre, wenn anstelle dieser Orte und Gebäude ganz andere Dinge die Paul-Moor-Schule umgeben würden? Den SchülerInnen ist so einiges eingefallen…

    Erkundung Schafhofstraße

    Flash ist Pflicht!

    Erkundung Gebbertstraße mit Wünschen

    Flash ist Pflicht!

    Wünsche Schulumgebung

    Flash ist Pflicht!

    Erkundung Sieboldstraße

    Flash ist Pflicht!

    Erkundung Neumeyerstraße mit Wünschen

    Flash ist Pflicht!

    Zentrum für Körperbehinderte Würzburg gemeinsam mit der Mittelschule Heuchelhof Würzburg

    Zentrum für Körperbehinderte Würzburg und Mittelschule Heuchelhof Würzburg

    Das Team:
    Eine 5. Klasse des Zentrums für Körperbehinderte Würzburg und eine 6. Klasse der Mittelschule Heuchelhof
    Betreuende LehrerInnen: Sighild Huber, Hermann Bettinger, Brigitte Endriß
    Fachliche Begleitung: Sandra Zeitz (Konrektorin ZfK) und Stefanie Göpfert (Lehrstuhl für Sonderpädagogik)
    BR-Coach: Farsin Behnam

    Prizzabacken

    Beim gemeinsamen Pizzabacken der beiden Schulen gehörte – neben Messer, Teigrolle und Backofen – nämlich auch das Mikrophon immer dazu. Die Collage der Erstellung des italienischen Teigfladens aus Würzburger Herstellung überrascht durch eine bunte Zusammenstellung bekannter und zu erwartender Geräusche, aber auch mancher Albernheiten. Und sogar musikalisch haben sich die Schüler darin verewigt.

    Flash ist Pflicht!

    Sport

    Die beiden Schulen haben bei ihren verschiedenen sportlichen Aktivitäten einmal besonders gut hingehört und eine lebendige Soundcollage gestaltet. Sie waren dabei im Schwimmbad, spielten Fußball in der Halle, waren aber auch im großen Stadion. Gingen auf Körbejagd – mit und ohne Rollstuhl – und durften sogar bei einem echten Ligaspiel der Würzburg Baskets dabei sein und mitjubeln. Aber auch das therapeutische Reiten und eine lustige Schlittenfahrt wurden „geräusche-technisch“ verarbeitet.

    Flash ist Pflicht!

    Don-Bosco-Berufsschule Würzburg gemeinsam mit dem Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg

    Don-Bosco-Berufsschule Würzburg und Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg

    Das Team:
    SchülerInnen der Don-Bosco-Berufsschule Würzburg im Berufsvorbereitungsjahr (BJV) und SchülerInnen einer 10. Klasse des Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg
    Betreuende LehrerInnen: Michael Ebert und Michael Brand
    Projektbegleitung im Fach Kunst: Agata Kokotowski
    BR-Coach: Jochen Wobster

    Zu spät

    Was passieren kann, wenn sich auf dem Fußweg von der Alten Mainbrücke in der Würzburger Innenstadt bis zum Hauptbahnhof die Ohren auf Empfang stellen, macht das Hörstück „Zu spät“ erlebbar: Umgebungsgeräusche arrangieren sich zu einer Collage aus Alltagsrhythmen, akustischen Ruheinseln und urbaner Hektik. Fasziniert durchwandert man die Stadt, lässt die Uhrzeit außer acht – und verpasst schließlich den Zug. Die 35 SchülerInnen des Friedrich-Koenig-Gymnasiums und der Don-Bosco-Berufsschule haben für ihr gemeinsames Klangexperiment Länge und Struktur eines Popsongs gewählt. Die „klassische“ Abfolge aus Intro, Strophe, Bridge und Refrain erwecken sie mit flächigen Sounds und perkussiven Loops zu neuem Leben – vom Wasserrauschen an der Mainbrücke über das Klackern der Fußgängerampel bis zum akustischen Showdown am Bahnhof. Und auch der Würzburger Domorganist hat seinen Auftritt.

    Flash ist Pflicht!

    Zuhören, Kreativität, Inklusion. Die Ziele des Projektes.

    Primäre Ziele des Projektes „Abgelauscht und neu erfunden. Der Sound Deiner Stadt“ sind die Sensibilisierung der akustischen Wahrnehmung, die Förderung von Kreativität und Medienkompetenz und die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

    Inklusion

    Durch die Arbeit im Team – Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Regelschüler arbeiteten in Kleingruppen zusammen – lernten die SchülerInnen beider Schulen aufeinander einzugehen und eventuell vorhandene gegenseitige Vorurteile abzubauen. Sie bekamen die Chance, Rollenmuster, die sich im Schulalltag verfestigt haben, abzulegen und sich und ihre MitschülerInnen von einer neuen Seite kennen zu lernen. Ihre soziale Kompetenz wurde gestärkt, gesellschaftliche Teilhabe im Team gelebt.

    Zuhörförderung

    Durch die regelmäßige Schulung des bewussten Zuhörens im Unterricht über angeleitete Wahrnehmungsübungen und –spiele konnte die Zuhörkompetenz der SchülerInnen gestärkt werden.

    Kreativität und Medienkompetenz

    Bei der Arbeit an einer ortsbezogenen Soundcollage konnten die SchülerInnen ihre eigenen Gestaltungsideen einbringen. Sie erlernten den Umgang mit dem Aufnahmegerät und bekamen Einblick in Regieführung, Audioschnitt und -mischung.

    Das Projekt „Abgelauscht und neu erfunden. Der Sound Deiner Stadt“ wurde vom Kulturfonds Bayern gefördert.

    Annegret Arnold, Projektleiterin BR-Bildungsprojekte und Stiftung Zuhören | Bild: BR / Theresa Högner

    Ansprechpartnerin:

    Annegret Arnold, Projektleiterin

    "Sie haben noch Fragen? Sie erreichen mich per Mail unter arnold(at)stiftung-zuhoeren.de. Ich freue mich auf Ihre Nachricht."