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Jugendliche erstellen Hörbilder für Museen, Gedenkstätten und Städte.

    Hörmedien, die Kinder und Jugendliche zum phantasievollen Hören anregen.

    Lesen Sie hier Neues aus der Zuhörforschung.

    Termine für Fortbildungen und Veranstaltungen der Stiftung Zuhören 

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    Volker Bernius ist seit 1981 als Redakteur des Hessischen Rundfunks für den Bereich Bildung tätig. Er hat die Stiftung Zuhören mitgegründet und das Projekt „Hörclubs“ vor über 11 Jahre initiiert, zunächst in Hessen. Dort führt Volker Bernius zur Zeit für die Stiftung Zuhören zusammen mit der Stiftung Lesen das Fortbildungsprojekt „Dreiklang: Zuhören – Sprechen – (Vor)Lesen“ durch.

    Herr Bernius, warum ist die Zuhörförderung für Sie ein wichtiges Thema?

    Ich habe Musik und Theologie studiert, das sind zwei Fächer, die immer viel auch mit dem Hören anfangen können. Mich faszinierte damals ein Ansatz aus der Musikpädagogik, der vom kanadischen Komponisten Murray Schafer  ausging. Schafer gründete eine Bewegung, die sich mit Fragen der Klangökologie beschäftigte: Wie klingt es eigentlich in unserer Umwelt, welche Geräusche und Klänge sollte es geben, welche sind verzichtbar? Das hatte mich sehr interessiert und mein Beruf als Redakteur im Hörfunk hat sehr viel mit dem Hören und Zuhören zu tun.  Hier geht es um die Frage, wie muss etwas klingen, damit Hörerinnen und Hörer etwas verstehen können. Und das ist eine Frage, die sich viele stellen - oder stellen müssten – in allen Bereichen der Gesellschaft.

    In  diesem Jahr gibt es in Hessen das Fortbildungsprojekt „Dreiklang“ – was ist das Besondere daran?

    Inhaltlich ähnelt Dreiklang bisherigen (Fortbildungs)Projekten wie Ohrenspitzen oder auch den Hörclubs: Hier geht es um Beispiele, wie man Zuhören spielerisch fördern kann. „Dreiklang“ hat das noch etwas erweitert: Zuhören wird mit Sprechen und Lesen in einen Zusammenhang gebracht. Und die Fortbildung richtet sich an sog. Tandems, das sind Kindertagesstätten und Grundschulen, die miteinander kooperieren, Projekte gemeinsam durchführen, damit Kindern der Übergang von der Kita in die Grundschule leichter fällt.

    Wieso diese einrichtungsübergreifende Zielgruppe?

    Dreiklang baut auf den Bildungsvoraussetzungen in Hessen auf. Hessen hat einen Bildungs– und Erziehungsplan für Kinder zwischen 0 - 10 Jahren, der jetzt für alle Grundschulen und Bildungseinrichtungen verpflichtend ist.  Zwei Institutionen, die keine Geschichte gemeinsamer Zusammenarbeit haben, vernetzen sich jetzt stärker als bisher und beziehen auch die Eltern mehr ein. Warum? Weil künftig nicht danach geguckt werden soll, welche Einrichtung ist wichtig, sondern der Blick liegt auf dem Kind. Welche Entwicklung macht das Kind, egal wo es ist? Wie kann man es individuell fördern, egal wo es ist. Es geht nicht mehr darum, bin ich im Kindergarten oder in der Grundschule, sondern darum, wie sich das Kind individuell entwickelt.

    Wie wird Dreiklang dem gerecht?

    Das Thema Zuhören eignet sich für diese Kooperation  besonders gut, weil die Institutionen bei diesem Thema nicht in Konkurrenz stehen.  Beispiel Lesen: lernt ein Kind schon im Kindergarten lesen, können sich die Lehrer beschweren, dass das doch Grundschulstoff sei. Im Bereich Zuhören gibt es keine Konkurrenz, weil jeder damit auf seine Weise zu tun hat. Deshalb ist das Thema prädestiniert für einen Beginn eine Zusammenarbeit.

    Wie sieht eine solche Zusammenarbeit aus?

    Das können sehr unterschiedliche Projekte sein. In Usingen im Hochtaunus da gibt es beispielsweise drei Kindergärten und eine Grundschule,  die erarbeiten mit den Kindern zusammen ein Hörbuch und ein Bilderbuch. Das machen die Kindergartenkinder zusammen mit den Grundschulkindern. Das Tandem Weinbach in Südhessen arbeitet zum Beispiel mit einem Bilderbuch namens „Julian der Zeitungsrabe“. Dieses Buch wird in den Einrichtungen gelesen, dann werden Tiere gebastelt, es gibt es ein gemeinsames Treffen zum Fest der Tiere und einen gemeinsamen Besuch einer Druckerei. Wenn zum Beispiel das Thema Familie dran kommt, werden die Omas und Opas eingeladen und die Kindergarten und Grundschulkinder besuchen zusammen ein Altenheim.

    Inhaltlich gibt es also keine Unterschiede zu Hörclubs und ähnlichen Projekten?

    Doch, das Thema Zusammenarbeit hat einen ganz neuen Stellenwert und dadurch entstehen auch andere Herangehensweisen und Inhalte. Bei Dreiklang arbeiten wir ja mit der Stiftung Lesen zusammen, dadurch ist auch das Lesen und Vorlesen mehr mit einbezogen.  Es ist alles viel stärker miteinander verzahnt als bisher, auch die stärkere Einbindung der Eltern in die Zuhörförderung ist ein Thema in den Fortbildungen und im Projektalltag.

    Wie werden die Eltern denn konkret eingebunden?

    Man kann viel übers Zuhören lesen, aber man muss es selbst praktizieren, um die Bedeutung zu verstehen. Wir bieten den Pädagogen viele praktische Anregungen, die sie beim nächsten Elternabend mit den Eltern ausprobieren können. Die Eltern sollen erkennen, dass es wichtig ist, die richtigen häuslichen Bedingungen für ein verstehendes Zuhören zu schaffen, sie sollen darüber nachdenken, welches Bild vom Zuhören sie ihren Kindern bisher vermittelt haben und verstehen, dass zum guten Zuhören auch gehört, dass man sich Zeit nimmt.

    Bislang war eine Teilnahme an Dreiklang nur für hessische Einrichtungen möglich, die sich bereits zu Tandems zusammengeschlossen haben. Bleibt das so?

    Dreiklang läuft jetzt in diesem Jahr zum zweitenmal, dann gibt es einen Schlusstermin mit einer Tagung auf der die Ergebnisse vorgestellt werden. Dann muss man sehen, wie es weiter geht. Es gibt durchaus Gespräche mit anderen Bundesländern, aber das ist noch im Bereich der Ideen. Interessierte Einrichtungen können aber unsere Praxisbroschüre als Grundlage für eine erste Zusammenarbeit nutzen. Es entsteht darüber hinaus auch eine Broschüre für Eltern mit vielen Tipps, wie sie die Themen „Zuhören – Sprechen – Vorlesen“ unterstützen können.

    Das Interview führte Annette Hüsken.

    Erfahren Sie mehr über die pädagogischen Grundlagen von Dreiklang und den anderen Fortbildungen der Stiftung Zuhören. Hier geht’s zum zweiten Teil des Interviews mit dem Thema Zuhörforschung.