"Der Mut ist groß und bunt"
Im Rahmen von HörensWert sollen Module zu sieben Themenfeldern entstehen, die zur Beschäftigung mit verschiedenen Werten anregen:
- Ich (Mut, Individualität, Gesundheit,…)
- Familie und Freunde (Geborgenheit, Ehrlichkeit, Freundschaft,…)
- Gesellschaft (Toleranz, Recht, Bildung,…)
- Kita und Schule (Gerechtigkeit, Perfektion, Anpassung…)
- Spiel, Kunst, Kultur, Sport (Fairness, Zusammenhalt, Selbstausdruck,...)
- Religion (Versöhnung, Schöpfung, Glaube...)
- Natur (Leben, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung...)
Eine HörensWert-Einheit beschäftigt sich jeweils mit einem Wert und besteht aus drei Bausteinen:
- Ein akustischer Impuls zur Einführung: Dies kann ein Hörspiel sein, ein Geräusch, ein Hörrätsel o.ä.
- Ein philosophisches Gespräch: Die Gesprächsleitung liegt bei den Pädagogen, die anhand von Mindmaps philosophische Fragen vorbereiten, um das Gespräch anzuregen und im Verlauf neue Impulse zu geben. Im Laufe der Monate geht die Organisation des Gesprächs aber immer mehr auf die Kinder über.
- Das Hörenmachen und Erleben: Durch die Umsetzung oder Darstellung eines Wertes in einer akustischen Form und das eigene Handeln werden weitere Zugänge zum Thema ermöglicht.
| Beispiel: Schüler aus der Hans-Sauer-Grundschule in Weiden setzten einen Teil der biblischen Geschichte von Josef und seine Brüdern als Hörspiel um. Dazu mussten sie auch überlegen, wie man sich nach einer schrecklichen Tat entschuldigen müsste, damit es als aufrichtiges Bedauern akzeptiert wird. |
Je nach Thema und Umsetzung kann eine HörensWert-Einheit aus einer oder mehreren Zeiteinheiten bestehen und damit an einem Tag oder erst nach mehreren Wochen abgeschlossen sein.
Die an der Entwicklung beteiligten Pädagogen nach Abschluss ihrer Fortbildungen.
Das nötige Handwerkszeug für die Gestaltung der HörensWert-Stunden erhielten die an der Entwicklung beteiligten Pädagogen in einer Fortbildungsreihe: Sie lernten Spiele und Methoden der Zuhörförderung kennen, denn das wertschätzende Zuhören ist eine Grundlage für das gemeinsame Philosophieren der Kinder. Sie erfuhren, wie Geräusche, Sprechspiele oder kurze Hörspiele als akustischer Impuls für ein philosophisches Gespräch der Kinder dienen können. Sie erprobten das Entwickeln philosophischer Fragen, um die Gesprächsrunden zu leiten. Und sie produzierten unter Anleitung von Mediencoaches der Stiftung Zuhören Klangcollagen, Sprachaufnahmen und Hörspiele, um die Kinder bei der akustischen Darstellung von Werten unterstützen zu können.
Worüber die Kinder sprachen, welche philosophischen Fragen sie formulierten, welche Zuhörspiele sie spielten und welche Aktionen durchgeführt wurden – dies alles dokumentierten die Erzieherinnen und Lehrerinnen ausführlich. Aus diesen Unterlagen entsteht bis Ende 2012 ein Handbuch mit begleitender Audio-CD, damit das Konzept von HörensWert bundesweit in Schulen und Kindergärten eingesetzt werden kann.
Dann bietet die Stiftung Zuhören auch Fortbildungen für interessierte Pädagogen an, die HörensWert kennenlernen wollen.
Um zu erforschen, welche Effekte HörensWert bei den Kindern hat, führt das Staatsinstitut für Frühpädagogik, ifp, begleitend eine Untersuchung durch. Dabei wurden nicht nur die beteiligten Pädagoginnen befragt, sondern auch für HörensWert-Kinder und Kinder einer Kontrollgruppe ein Kasperltheater aufgeführt: Kasperl und Seppl spielen in einem Heuhaufen, finden einen Schatz und streiten sich: Darf Kasperl den Schatz behalten, weil er ihn gefunden hat? Oder Seppl, der die Idee hatte, im Heuhaufen zu spielen? Die Vorschläge der Kinder zur Lösung des Konflikts werden derzeit ausgewertet…
