Das Konzept von HörensWert ruht auf drei Säulen: Zuhören, philosophisches Gespräch, und Hörenmachen und Erleben.

Das Zuhören ist wichtige Voraussetzung, um die Gedanken der anderen zu erfassen und in die eigenen Überlegungen einzubeziehen. Außerdem werden die philosophischen Gespräche oft durch einen akustischen Impuls eingeleitet, wie z.B. ein Hörspiel, ein Geräusch oder Hörrätsel. Um das aufmerksame, wertschätzende Zuhören zu stärken, werden in HörensWert-Einheiten viele Zuhörspiele und –experimente durchgeführt.
Im philosophischen Gespräch tauschen Kinder ihre Gedanken über ein Thema aus und versuchen, es von verschiedenen Seiten zu beleuchten, um sich Werte bewusst zu machen. Die ErzieherInnen und LehrerInnen leiten die Gespräche: Sie regen sie durch Fragen an, helfen durch Zusammenfassungen Positionen herauszuarbeiten. Wichtig ist für Kinder und Pädagogen, dass im philosophischen Gespräch keine Wertungen vorgenommen werden. So werden die Werte „Respekt“, „Toleranz“ und „Aufgeschlossenheit“ in der HörensWert-Gruppe unmittelbar erlebt.
Das Hörenmachen und Erleben eröffnet den Kindern weitere Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Gedanken über Werte und Erfahrungsräume, die neue Erkenntnissse ermöglichen. So werden zum Beispiel im Versuch, ein gerechtes Musikstück zu komponieren, werden unterschiedliche Interpretationen des Begriffs „Gerechtigkeit“ offensichtlich. Oder gemeinsames Singen und Musizieren mit allen Kindergarteneltern lässt den Wert „Gemeinschaft“ lebendig werden. Auch das Zuhören wird durch solche Aktionen wiederum gestärkt. Aber auch in den philosophischen Gesprächen erleben die Kinder Werte unmittelbar: Das wertschätzende Zuhören wird getragen von Respekt, Toleranz und Augeschlossenheit für die Gedanken und Meinungen anderer.
