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    (c) Franz Marc Museum

    Interview mit Cathrin Klingsöhr-Leroy, Direktorin des Franz Marc Museums

    In Zusammenarbeit mit Museumsmitarbeitern und Hörfunkjournalisten schufen Schülerinnen und Schüler aus drei Gymnasien im Münchner Umland einmalige Geräusch- und Klangcollagen zu Arbeiten von Franz Marc, Wassily Kandinsky, Emil Nolde oder Paul Klee. Der Audioguide „Das Springende Pferd“ steht den Besuchern seit 2009 im Franz Marc Museum. Er war der erste der „Audioguides von Jugendlichen für Jugendlichen“, den die Stiftung Zuhören gemeinsam mit einem Museum und weiteren Kooperationspartnern erstellt hat.  

    Wenn Sie zurückblicken auf den ersten Museumsbesuch der Gruppe der Jugendlichen bis zur Präsentation der fertigen Audioguides im Franz Marc Museum - was glauben Sie, hat sich bei den Schülerinnen und Schülern verändert? 

    C. Klingsöhr-Leroy: Die Jugendlichen haben einen anderen „Zugang“ zu der Institution Museum und einen unverstellteren Blick auf die Kunst gewonnen.

    Was hat sich speziell in ihrem Verhältnis zu den ausgestellten Werken und zur Kunst verändert?

    C. Klingsöhr-Leroy: Ich habe den Eindruck, dass die intensive Beschäftigung mit dem einzelnen Werk einerseits Verständnis für die Komplexität eines Kunstwerks geweckt hat, andererseits aber auch zu der Erfahrung der Offenheit des Werks und der Möglichkeit, eigene Interpretationen zu entwickeln, geführt hat.

    In dem Audioguide "Das springende Pferd" setzen die Jugendlichen das gleichnamige Gemälde von Franz Marc in ein Hörbild um. Das Bild ist expressionistisch in Formen und Farben zersplittert. Wie wurde die Gruppe an das Kunstwerk herangeführt?

    C. Klingsöhr-Leroy: Der Zugang zu dem Bild wurde über verschiedene Wege gesucht: Über ein eine Märchenerzählung, in der ein springendes Pferd die Hauptrolle spielte, über die Tatsache, dass Franz Marc ein besonderes Verhältnis zu Pferden hatte, und über andere Werke des Künstlers aus der gleichen Zeit.

    ... und wie ging der Weg vom visuellen Eindruck zur Umsetzung in etwas Hörbares?

    C. Klingsöhr-Leroy: Das war jeweils ein Prozess, der über verschiedene Stufen ging: von der Stoffsammlung, über die Auswahl der endgültigen Texte, Geräusche, Musik und der Sprecher aus der Gruppe der Jugendlichen, bis schließlich zur Produktion in den Studios des Bayerischen Rundfunks.

    Gibt es etwas, was Sie selbst im Laufe der Projektarbeit von den Jugendlichen gelernt haben?

    C. Klingsöhr-Leroy: Mich hat die Spontaneität und die Assoziationskraft der Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer Hörstücke sehr beeindruckt.

    Wie werden die Audioguides von den Besuchern aufgenommen?

    C. Klingsöhr-Leroy: Sehr gut, manchmal nehmen die Erwachsenen sogar lieber den Kinderaudioguide mit ins Museum anstelle des normalen Audioguide.

    Gibt es da Unterschiede bei Erwachsenen und jugendlichen Hörern?

    C. Klingsöhr-Leroy: Die Erwachsenen erwarten mehr Information, während die Kinder spielerisch und phantasievoller mit dem Audioguide und der Kunst umgehen.